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Das menschliche Auge erfasst Farben nicht nur als reine Werte, sondern durch das Gehirn versuchen wir die gesehenen Farben immer an einen Wert "anzunähern", den wir glauben zu kennen. Ein typisches Beispiel kennen viele. Man stelle sich vor am späten Nachmittag am Strand in Griechenland zu stehen. Ein herrlicher Sonnenuntergang. Wenn man den Blick auf die weißen Häuser des Dorfes am Strand richtet, so erscheinen sie weiß. Macht man ein Foto davon und schaut sich das später an, so sind die Häuser alles andere als weiß. Sie haben die Farbe des

Lichtes das sie beleuchtet hat. Und am späten Nachmittag ist das eben nicht wirklich weiß sondern eher orangerot - das Licht der untergehenden Sonne.

Das Auge sieht zwar auch das Haus, so wie der Film in der Kamera, nicht weiß, das Gehirn schaltet sich jedoch ein und suggeriert uns: Das Haus ist weiß - also "sehen" wir es auch so.

Ein ähnliches Beispiel ist bekannt vom Perlmutt. Wir sehen einen Perlmutt Eierlöffel als weiß. Durch das Mikroskop betrachtet ist das Material auch tatsächlich weiß. Je nachdem, wie das Licht auf das poröse Material trifft, schimmert der Löffel mal bläulich oder rötlich.

So ist das auch mit Farben, die in der Kunst verwendet werden. Wir sehen eine Farbe je nach Licht sehr unterschiedlich, das Hirn aber "hilft" uns bekannte Farben zu erkennen. So schön und klug das klingt, so kompliziert macht es die Reproduktion von Farben.

Was auch immer man Ihnen über die Reproduzierbarkeit von Farben erzählt. Eine 100% Reproduzierbarkeit von Farben ist theoretisch bei Künstlerfarben möglich, in der Praxis aber sind Reproduktionen nur immer ein sehr guter Kompromiss.
Lassen Sie uns versuchen Ihnen zu erklären, wo die Schwierigkeit liegt. Oben sehen sie eine sogenannte Farbtafel.


Die Anzahl der Farbfelder sollte möglichst groß sein. In aller Regel verwenden Profis Farbtafeln mit ca. 200-600 Farbfeldern.

Die Farbtafel wird mit dem Scanner eingelesen und im Computer hinterlegt. Eine spezielle Software misst die Farbwerte ein und vergleicht die gemessenen Werte mit den Weten in einer Tabelle die hinterlegt ist. Nach dem Messen der Werte wird ermittelt, wie die gemessenen Werte von den Sollwerten abweichen und dadurch ergibt sich ein Korrekturwert, der den gemessenen Wert dann angleicht an den Sollwert. Klingt kompliziert, ist es auch.

Auf der Seite des Drucks passiert ähnliches, jedoch in umgekehrter Reihenfolge. In diesem Fall gibt man eine normierte Farbtafel mit bis zu 2400 Farbfeldern auf dem Drucker aus. Mit einem Messgerät werden die Farbfelder ausgemessen und so erhält man eine sehr genaue "Liste", in der abgespeichert ist, wie welcher Sollwert im Druck aussieht und was die Software machen muss, um die Werte anzugleichen.

Am Ende helfen diese Mess- / Vergleichsmethoden schon enorm, dem Ziel möglichst präziser Farbwiedergabe nahezukommen, aber eben nicht perfekt. Die erwähnten Messtabellen werden manuell korrigiert und in der Bildbearbeitung werden die Farbwerte dann visuell möglichst optimal angeglichen durch unsere erfahrenen Mitarbeiter.